Dinge die passieren, obwohl sie nicht passieren sollen

Als Traurednerin und Sängerin erlebe ich die ein oder andere Hochzeit. Und fast keine davon läuft exakt so ab, wie sie geplant war.
Und wisst ihr was? Das ist gar nicht schlimm..

Denn das ist das Leben. Es geht in den wenigsten Fällen immer alles glatt. 

In diesem Beitrag nenne ich euch ein paar Dinge, welche immer wieder mal Thema sind.

Das Wetter – der ungeladene Gast

Sonnenschein bestellt, Regen geliefert. Ein Klassiker.
Und besonders gemein: Regenschauer im Hochsommer.

Meist denkt man: Ach, das zieht schon vorbei.
Und dann – mitten in der Trauung – TADA! 

Sollte auch nur minimal abzusehen sein, dass es regnen könnte, empfehle ich euch dringend, die Trauung nach drinnen zu verlegen

oder zumindest für ausreichend Regenschutz zu sorgen.

Regen beeinflusst die Stimmung aller Beteiligten und nimmt die Konzentration – ganz unbemerkt, aber spürbar.

Ein weiterer wichtiger Punkt: das Equipment.
Technik wie Lautsprecher, Mikrofone und Kameras dürfen nicht nass werden. Und ihr übrigens auch nicht.

Das romantische Bild vom klitschnassen Brautpaar, das lachend über die Wiese tanzt?
Das gibt es meistens nur im Film.
In der Realität ist man kalt, nass, abgelenkt – und wünscht sich vor allem eins: ein trockenes Plätzchen.

Mein Rat: Lieber ein gut geplanter Plan B, der vielleicht weniger spektakulär wirkt, dafür aber entspannt, sicher und emotional bleibt.

Technik, Timing & kleine Aussetzer

Das Mikrofon streikt. Die Musik startet zu früh. Oder gar nicht.
Man kann so oft seine Technik prüfen wie man möchte, sie stellt immer wieder klar, dass sie eben eine Technik ist.

Eine falsche Berührung und zack, die Verbindung ist weg oder das Instrumental fängt an zu spielen.

Boxen reagieren mit Summen auf eine Stromquelle, das Kabel ist defekt...

Dagegen hilft meiner Meinung nach eigentlich nur:

Alles in doppelter Ausfertigung vor Ort haben und höchste Konzentration, bei dem was man da macht.

Auch schon erlebt: Der Pastor vergisst im Eifer des Moments die Sängerin, die schon bereitsteht.

Eine gute Absprache im Vorfeld kann so etwas verhindern.

Stau – und plötzlich ist alles anders

Der liebe Verkehr.. Parkplatzsituationen ..Unfälle.. Das alles solltet ihr mit 30 Minuten Puffer einberechnen.

Ich meine, wenn es richtig richtig schlimm kommt, helfen euch auch diese 30 Minuten nicht. Aber in den meisten Fällen schon.

Als Traurednerin und Sängerin bin ich deshalb immer mind. 60-90 Minuten vorher vor Ort.

Der Teufel ist ein Eichhörnchen!

Kinder – ehrlich, neugierig und ganz sie selbst

Manche Kinder laufen während der Trauung nach vorne, schauen sich alles ganz genau an oder setzen sich plötzlich neben das Brautpaar.
Andere melden sich lautstark zu Wort oder müssen einfach weinen, weil Gefühle groß sind.
So sind Kinder. Sie handeln ungefiltert aus ihrem Gefühl heraus.

Kinder sind wundervoll! Ich hab selbst zwei.

Und deshalb sag ich euch als Mutter: In 99% der Fällen ist es unpassend und stört, wenn sich dein Kind bei der Trauung frei entfaltet.

Du als Papa oder Mama, Oma oder Opa, kannst dem entgegen wirken indem du genügend Spielzeug, Essen, und sonstige spannende Sachen mitnimmst,

oder dem Kind kurz eine Auszeit gönnst und mit ihm/ihr ein paar Schritte außerhalb der Trauung gehst.

Manche Paare buchen sich sogar eine extra Kinderbetreuung, welche während der Trauung gezielte Angebote anbietet. 

Auch das ist eine tolle Option!

Eine Trauung ist häufig bis zu 60 Minuten lang.

Ich denke wir haben alle Verständnis dafür, dass das für ein Kind eine unglaublich lange Zeit ist.

Für mich gilt immer: Die Verantwortung liegt bei den Eltern - nicht beim Kind! Und: Das Paar sollte im Mittelpunkt seiner Hochzeit stehen.

Nervosität gehört dazu

Zitternde Stimmen, Tränen, vergessene Worte.
Manche lachen aus purer Aufregung, andere brauchen einen Moment, um wieder Luft zu holen.
Das ist menschlich und absolut nicht schlimm.

Wo Gefühle eine große Rolle spielen, kann es auch mal ein wenig holprig laufen.

Unerwartete Reden – Überraschung!

Plötzlich steht jemand auf und möchte „auch noch kurz etwas sagen“.
Nicht geplant, nicht abgesprochen – aber oft voller Herz.
Als Traurednerin gilt dann: Ruhe bewahren, Raum halten und den Moment liebevoll begleiten.

Der größte Stolperstein: Perfektion

Der Wunsch, dass alles perfekt sein muss, setzt viele Paare sooo sehr unter Druck.
Dabei ist eine Hochzeit kein Bühnenstück. Sie ist ein Versprechen.
Zwischen zwei Menschen, die sich genau so lieben, wie sie sind.

Deshalb rate ich euch das Ganze mit einer großen Portion Humor zu nehmen und euch darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist.

Das schönste Beispiel hatte ich bei einer Trauung dieses Jahr.

Die Torte ( gebacken von Freunden) rutschte während der Fahrt und brach in sich zusammen.

Die Freunde mit riesig schlechtem Gewissen "beichteten" den Unfall und die Braut reagierte mit " Na dann gibt's eben einen Hochzeitspudding, alles gut!"

Ist das nicht wunderbar? Diese Situation geschah vor der Trauung und hätte sie vollkommen aus dem Konzept bringen können. 

Aber sie hat sich darauf besonnen, was wirklich wichtig ist. Und das war toll!

 

Also, als Fazit kann ich nur sagen:

Das ist das Leben.

Manches lässt sich vermeiden, wenn man es vorher schonmal gehört hat, anderes passiert trotzdem.

Und das Leben geht weiter. <3